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Ab 12 Jahren

Mit dem Eintritt in die Pubertät wird alles anders: Es kommt zu massiven Stimmungsschwankungen, einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Leben, zwangsläufig auch mit dem Tod. Der Lebenswille schlägt oft um in eine Art Todessehnsucht, Suizidgedanken, Bestrafungsphantasien (Eltern).

4 Faktoren, die die Verarbeitung einer Todeserfahrung deutlich erschweren, und die auch im Blick auf das pädagogische Wirken zu bedenken sind:

  • Die Pubertät bringt im Zusammenhang mit der Identitätsfindung oft einen starken Rückzug der Jugendlichen in sich selbst mit sich. Sie verbringen viel Zeit allein in ihrem Zimmer, gehen Gesprächen mit Erwachsenen aus dem Weg. Mädchen sind oft tieftraurig, bis hin zur Entwicklung von Depressionen, Suizidgedanken, Essstörungen. Gerade das Gespräch und die Hinwendung zum Leben sind jedoch dringend nötig, um aus der Phase 3 (Rückzug) wieder weiter zu kommen.
  • Die Ablösung von der Familie, verbunden mit der Kritik an Normen und Autoritäten, kann dazu führen, dass beim Tod eines Familienmitglieds massive Schuldgefühle entstehen.
  • Bei Jungen ist das starke Bedürfnis ausgeprägt, in einer Clique anerkannt zu sein, nicht zum Aussenseiter zu werden. Das kann Hilfe, aber auch Hindernis der Trauerarbeit werden: Männer weinen nicht und Ähnliches. Wenn ich keinen Raum habe, meine Gefühle von Trauer auszuleben, ich sie, um nicht sozial uninteressant zu werden, ständig unterdrücke, bleibt Trauer unbewältigt wie ein eiskalter Block in mir zurück.
  • In der entscheidenden Phase der Identitätsfindung zeigen Jugendliche einen ungeheuren Lebenshunger, aber auch deutliche Signale von Lebensüberdruss bis hin zu Selbstmord, wo kein Sinn im Leben aufzufinden ist. In dieser Phase den Verlust eines lieben Menschen zu erleiden, ist äusserst schwierig und führt in ein emotionales Chaos hinein.
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